Ein Spontanbruch bei ESG Glas (Einscheibensicherheitsglas) ist ein plötzliches Zerbrechen der Glasscheibe ohne erkennbare äußere Einwirkung, also ohne Stoß, Schlag oder sichtbare Beschädigung. Die häufigste Ursache
für einen Spontanbruch sind winzige Einschlüsse von Nickelsulfid im Glas. Diese entstehen während der Glasherstellung und sind oft mit bloßem Auge nicht erkennbar. Nach dem Vorspannprozess können sich diese Einschlüsse über Monate oder sogar Jahre langsam verändern und Spannungen im Glas erzeugen. Wird eine kritische Spannung erreicht, kann die Scheibe schlagartig zerbrechen. Typische Merkmale bei einem Bruch sind: das Glas zerfällt in viele kleine, stumpfkantige und für ESG Glas charakteristische Krümel, es gibt keine offensichtliche Einschlagstelle, der Bruch tritt oft plötzlich, mit lautem Knall und manchmal auch nachts oder bei Abwesenheit auf. Um das Risiko von einem Spontanbruch zu reduzieren, kann das ESG Glas einem Heat-Soak-Test unterzogen werden. Dabei werden die Gläser kontrolliert erhitzt und unter Stress gesetzt, sodass viele betroffene Scheiben schon
bei der Produktion brechen und aussortiert werden können. Durch diesen Heat-Soak-Test kann ein Bruchrisiko zwar ganz erheblich reduziert werden, aber ein minimales Restrisiko bleibt bestehen.